Im Totenmonat

Im stumpfen Winkel des Tages
fällt das letzte Blatt,
bräunlich, vertrocknet
segelt es unschlüssig
dem nebelfaulen Boden zu
während du bereits
den langen Flug angetreten hast,
schwerelos über die weißen Berge hinweg,
tonlos,
atemlos.

Dein Körper jedoch
liegt zerschmettert,
starr:
Blut, eine Wunde,
ein Sterbeplatz wie ein Tatort.
Auch Unerklärliches
muss unerklärt bleiben dürfen.

Der Tempel der Seele vergeht,
zurück bleibt
das Leid.
Wie trauert man aufrichtig
im Angesicht der Schuld?

Wir setzen einen Stein der leuchtet,
malen ein Sonnen-Bild
ins November-Grau,
aus Angst
vor dem Vergessen.

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Der Chefredakteur der gleichnamigen Website. Zugegeben manchmal ein ziemlicher Brummbär.