Die TZ10 im Vergleich
Inzwischen ist das Nachfolgemodell der TZ10 schon vorgestellt worden, aber vielleicht sind ein paar Praxis-Eindrücke von Panasonics Travelzoom-Modell des Jahres 2010 trotzdem noch interessant.
Äußerlich gibt sich die Panasonic DMC-TZ10 in der schwarzen Version schlicht und elegant und liegt dank der kleinen Wölbung an der Vorderseite auch angenehm und sicher in der Hand.
Für eine Kompaktkamera bietet sie eine ganze Reihe physischer Knöpfchen, Schieber und sonstiger taktiler Interaktionsmöglichkeiten. In Zeiten allgegenwärtiger Touchscreens wird das vom einen oder anderen vielleicht als ganz angenehm empfunden. Weiterhin kann man über den Q-Menu Knopf die gängisten Menü-Einstellungen schnell erreichen.
Die TZ10 hat gegenüber ihrer Vorgängerin TZ7 einige nützliche funktionale Verbesserungen erfahren, so zum Beispiel GPS zum automatischen Geotagging der aufgenommenen Fotos sowie manuelle Einstellmöglichkeit für Zeit und Blende, ein jahrelang gefordertes Feature bei den Vorgängermodellen. Das Geotagging funktioniert in der Regel auch ganz gut, ist aber nicht gerade besonders schnell nach dem Einschalten mit der Aktualisierung der Ortsangabe, falls man in der Zwischenzeit den Standort gewechselt hat. Die Enistellmöglichkeit für Zeit und Blende ist mit den kleinen Knöpfchen zwar etwas fummelig, aber im Gegensatz zu vielen Knipskameras wenigstens generell vorhanden.
In seiner universellen Fürsorge, dem Fotografen alles möglichst leicht zu machen, ist Panasonic mit der TZ10 allerdings an einigen Stellen meiner Meinung nach etwas zu weit gegangen. Die vielen Automatiken wirken oftmals eher verwirrend als hilfreich.Und im Ergebnis immer vertrauen kann man ihnen durchaus auch nicht, obwohl iA (Intelligent Auto) in vielen Situationen schon erstaunlich gute Ergebnisse hervorbringt.
Kameraeinstellungen
Es ist daher besonders wichtig, wie man die Kamera einstellt, um möglichst gute Bildergebnisse zu erhalten. Hier einige Tipps dazu:
- Das groß beworbene neue Feature “Intelligent Resolution” sollte man in den meisten Fällen abstellen. Nehmen Sie mal bei etwas schlechterem Licht eine Blumenwiese auf und suchen Sie anschließend im Photoshop die einzelnen Grashalme – dann werden Sie wissen, wovon ich spreche. Die Artefakte (man könnte auch Matschflächen sagen), die IR in Kooperation mit dem rauschenden, kleinen Sensor erzeugt, sind bei solchen Motiven einfach grauenhaft.
- Aus dem gleichen Grund sollten Sie die Rauschunterdrückung auf -1 oder -2 einstellen und lieber im Nachhinein noch etwas Arbeit in die Bildbeareitung stecken.
- Weiterhin die ISO-Zahlen niedrig halten. Da das bereits tot geglaubte Megapixel-Rennen sich zwar abgeflacht hat, aber im Prinzip immer noch munter weitergeht, ist hier insgesamt gesehen keine signifikante Verbesserung gegenüber den Vorgängermodellen festzustellen.
- An den extremen Enden des Brennweitenbereichs lässt die Schärfeleistung erwartungsgemäß nach. Die Bilder wirken dann auch oft etwas flach und flau.
- Im mittleren Brennweitenbereich sind knackig-scharfe Bilder die Regel, sofern man die ISO-Zahl gering lässt und ausreichend Licht vorhanden ist.
Beispielfotos
Alle Fotos “out-of-camera”, ohne Nachbearbeitung (außer Größenänderung).
Video
Die Videofunktion ist für eine Kamera dieser Größenklasse prima, auch liefert das eingebaute Stereomikrofon (verhältnismäßig) hochwertige Tonaufnahmen.Der dedizierte Videoknopf ist für klobige Bärentatzen allerdings nicht geeignet.
Ein Video-Beispiel (Fotos diverse Kameras, Videos TZ10):

Herbst an den Gleisen / Autumn at the Railway Line from Michael Weis on Vimeo.
Zusammenfassung
Die TZ10 gibt es mittlerweile auf dem Gebrauchtmarkt sehr günstig zu erwerben – die Vorzüge der aktuellen Modelle (TZ20) sind nach meinem Dafürhalten nicht so groß, dass man die TZ10 nicht als Schnäppchen betrachten und als Drittkamera für die Hosentasche durchaus auch im Jahr 2011 noch in Betracht ziehen könnte…
GESAMTWERTUNG: EMPFEHLENSWERT (NOCH)

